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Heinrich-Böll-Stiftung: „Argumentationstraining gegen rechte Parolen – für eine anspruchsvolle Diskussionskultur“

Was sind ausgrenzende Parolen, wie wirken sie, wie kann man sie erkennen und ihnen zivilcouragiert begegnen? Das Argumentationstraining soll die Teilnehmenden gegenüber diskriminierenden Parolen sensibilisieren und informieren. Gemeinsam werden Handlungsstrategien zum Umgang mit rechten Parolen vermittelt. Dabei werden die Stärken und Überzeugungen der Teilnehmenden für einen demokratischen Umgang mit rechten Parolen nutzbar gemacht.

Was sind ausgrenzende Parolen, wie wirken sie, wie kann man sie erkennen und ihnen zivilcouragiert begegnen? Das Argumentationstraining soll die Teilnehmenden gegenüber diskriminierenden Parolen sensibilisieren und informieren. Gemeinsam werden Handlungsstrategien zum Umgang mit rechten Parolen vermittelt. Dabei werden die Stärken und Überzeugungen der Teilnehmenden für einen demokratischen Umgang mit rechten Parolen nutzbar gemacht.

Rechtspopulistische Positionen breiten sich aktuell in der Gesellschaft immer weiter aus. Gesellschaftliche Strömungen wie Pegida haben starken Zulauf. In fast allen europäischen Parlamenten sind inzwischen rechtspopulistische bzw. rechte Parteien vertreten, so auch in Deutschland.

Die Grenzen des Sagbaren verschieben sich in medialen und politischen Debatten: Rechtspopulist*innen richten sich in aller Regel gegen gesellschaftliche Vielfalt, etwa im Hinblick auf Migration, Geflüchtete, Muslime, Juden, Homosexuelle und andere Minderheiten. Offen antidemokratisch formulierte Positionen gehen einher mit Geschichtsklitterung, besonders die Zeit des Nationalsozialismus betreffend. Im Alltag führt dieser gesellschaftliche Trend dazu, dass auch in informellen Gesprächsrunden, zu Hause am Küchentisch oder auf der Party Positionen geäußert werden, die wir nicht akzeptieren wollen und die in der Konsequenz eine Gefährdung der Demokratie darstellen. Dagegen sachlich zu argumentieren ist meist schwierig, weil populistische Positionen nur selten faktenbasiert sind. Umso herausfordernder ist es, in Gesprächen die eigene inhaltliche Position zu vertreten und souverän gegenzuhalten. Unser Workshop-Angebot zielt darauf, diese Herausforderung anzunehmen und eigene Strategien im Umgang mit rechtspopulistischen Positionen zu entwickeln. Die Teilnehmenden setzen sich damit auseinander, wie rechtspopulistische Argumentationen funktionieren, wie sie historisch begründet sind, warum sie gerade jetzt überall in Europa (und anderenorts) auf dem Vormarsch sind und auf welchen Prämissen sie basieren.

Im Workshop geht es dann vor allem darum, eigene faktenbasierte Gegenargumente zu erarbeiten und gesprächsfähig zu werden angesichts von pauschalisierenden Statements. Dabei bedient sich der Workshop einer großen Methodenvielfalt: Es gibt einen abwechslungsreichen Mix aus Plenumsdiskussionen, Gruppenarbeit und Rollenspielen. Durch die Vielfalt von interaktiven, wissensvermittelnden und reflektierenden Methoden werden die Teilnehmenden in ihrer unmittelbaren Argumentationssicherheit und politischen Meinungsbildung unterstützt. Im Argumentationstraining, das im Zentrum des Workshops steht, können mögliche Argumentationsstrategien im geschützten Raum erprobt und eingeübt werden. Ziel ist es, sich couragiert, argumentations- und handlungssicher für Demokratie, Toleranz und Vielfalt einsetzen zu können – dies möglichst auch dann, wenn man sich in einer konkreten Gesprächssituation vielleicht in der Minderheit befindet oder sich im Extremfall sogar allein gegen andere Auffassungen behaupten will.

Weitere Informationen und Seminarleitung

Ablauf:

27.08.2019: Begrüßung und Vorstellung; Kennenlernrunde; Biographiearbeit; Identitäten und Mehrfachidentitäten; Input I: Herkunft und Identitäten

28.08.2019: Begrüßung und Abfrage „Wie bin ich hier?“; Sprache und Identität, Input

29.08.2019: Begrüßung und Abfrage „Wie bin ich hier?“; Rückenbingo; Funktionen von Vorurteilen

30.08.2019: Begrüßung und Abfrage „Wie bin ich hier?“; Diskriminierungsskala; Schritte zur freien Entfaltung; Zusammenfassung Identität, Vorurteile und Diskriminierung

31.08.2019: Begrüßung und Abfrage „Wie bin ich hier?“; Input: Rechtsextremismus, GMF, Rechtspopulismus, Neue Rechte; Überleitung von GMF zu Parolen; Rollenspiel und Auswertung

01.09.2019: Begrüßung und Abfrage „Wie bin ich hier?“; Input: Was kennzeichnet Parolen, Für wen argumentieren wir?, Strategien; Rollenspiel II und Auswertung; Offene Fragen und Abschluss des Seminars, Feedback

Seminarleitung:

Asli Kücük, selbstständige Trainerin und Beraterin in den Bereichen Integration und Migration. Kommunale Islamberaterin und Moderatorin. Ausgebildete Anti-Bias-Trainerin. Seit 2015 Referentin im „Team meX – mit Zivilcourage gegen Extremismus“ der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg. Stellvertretende Integrationssprecherin im Integrationsrat der Stadt Tübingen. Internationale Managementassistentin und weiterführendes Studium der Politik- und Islamwissenschaft.

Mitja Bleckmann, seit 2018 freier Referent im „Team meX – Mit Zivilcourage gegen Extremismus“ der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg. Politisch bildend tätig in den Bereichen Rechtspopulismus, Neue Rechte, Extreme Rechte und Salafismus. Soziologe, Historiker und Religionswissenschaftler mit Themenschwerpunkt Konflikt- und Gewaltforschung, Interkulturalität und Modernitätsforschung.

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