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Friedrich-Ebert-StiftungWeitere Informationen zum Seminar und Hinweise zu Literaturempfehlungen werden vorab an die Teilnehmenden versendet. Seminarleitung Das Seminar wird geleitet von Martin Timpe. Als Trainer und Coach ist er bundesweit in der politi: „Demokratie unter Druck! – Den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken“

Die Demokratie steht unter Druck. Nationalistische Tendenzen nehmen zu. Einmal mehr wird klar: Demokratie ist nichts, was man einmal für alle Zeiten erringt, sie kann nur erhalten bleiben, wenn sie neue Herausforderungen meistern kann. Auch in Deutschland gilt es, sich der Demokratie, ihrer Institutionen und ihrer Grundwerte erneut zu versichern. Nach einer kritischen Analyse werden wir den Blick nach vorne werfen: Wie können wir den demokratischen Grundkonsens weiterentwickeln? Wie können Politik, Medien und Zivilgesellschaft auf die Bedrohung der Demokratie effektiv reagieren? Wie stärken wir eine offene, pluralistische und demokratische Gesellschaft?

Demokratie steht weltweit unter Druck. In einer Reihe von Staaten sind in den vergangenen Jahren rechte bis rechtsextreme Parteien und Anführer gewählt worden – in Asien, Lateinamerika und Afrika, aber auch in Europa und den USA. Autoritäre Regime treten mittlerweile selbstbewusster auf, fast so als seien sie Zukunfts- statt Auslaufmodelle. Nationalistische Tendenzen in den westlichen Demokratien bringen innen- und außenpolitische Spaltungen und Spannungen.

Diese Entwicklung hat mit dem Erstarken rechtspopulistischer und rechtsextremer Bewegungen auch Deutschland erreicht. Als Erklärung, wenn nicht gar als Rechtfertigung, wird oft die Verunsicherung vieler Menschen angesichts großer technischer, gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Umbrüche herangezogen. Rechtspopulist*innen nutzen und verstärken Ängste angesichts spürbarer Umbrüche und erzeugen den Eindruck einfacher Antworten, während die traditionellen Volksparteien mit rasanten (technischen) Entwicklungen, divergierenden Interessen und globalen Anforderungen ringen. Eingeklemmt zwischen komplexen Aufgaben und dem Versprechen einfacher Lösungen sehen sie sich mit der Grundsatzfrage konfrontiert, ob die (repräsentative) Demokratie die Probleme der Bürger*innen tatsächlich lösen kann.
Nicht nur demokratische Institutionen sind unter Druck geraten. Auch demokratische Werte werden offen in Frage gestellt: Gleiche Rechte für alle, Kompromissfindung, Weltoffenheit, Solidarität und Vielfalt verlieren in dem sich zunehmend verschärfenden Diskurs an Zuspruch. Autoritäre, chauvinistische und menschenfeindliche Ansichten hingegen erhalten Zulauf.

Nach Jahrzehnten relativ großer Selbstverständlichkeit hinsichtlich gesellschaftlicher Ziele und demokratischer Institutionen stehen wir angesichts politisch bewusst geschürter Verunsicherung vor einer großen Herausforderung: Es gilt, sich der Demokratie und ihrer Institutionen neu zu versichern und sie neu zu verankern.

Ziel dieses Seminars ist es, die derzeitige gesellschaftspolitische Entwicklung kritisch zu analysieren, die Dimensionen der Probleme genauer zu erkennen und schließlich einen konstruktiven Blick nach vorne zu werfen. Wie können wir einen demokratischen Grundkonsens weiterentwickeln und verteidigen? Wie können Politik, Medien und Zivilgesellschaft besonnen, aber klar auf die Bedrohung unserer Demokratie reagieren? Wie können Demokrat*innen berechtigte Fragen und Sorgen ernst nehmen, ohne rechtspopulistischen und rechtsextremen Akteur*innen nach dem Mund zu reden?

Dabei geht es aus Perspektive der sozialen Demokratie auch um die Frage des Zusammenwirkens von Sozialstaat und Demokratie. Nur wenn alle die Freiheit zur selbstbestimmten Gestaltung ihres eigenen Lebens haben, ist eine Gesellschaft wirklich demokratisch. Daher sind die aktuellen Diskussionen über die Zukunft des Sozialstaats ebenso einzubeziehen wie die Einstellungen in der Bevölkerung zur sozialen Sicherung.
Referent*innen aus der Wissenschaft und Zivilgesellschaft werden diese Fragen mit den Teilnehmenden diskutieren. Ein zentraler Bestandteil des Seminars wird es sein, genügend Raum für den intensiven Austausch über das eigene Engagement und die Erfahrungen der Teilnehmenden mit diesem Thema anzubieten. Neben Inputs in Form von Vorträgen oder Texten werden beteiligungsorientierte Methoden wie beispielsweise das Ideenkarussell eingesetzt, um die Ideen und das Vorwissen der Teilnehmenden mit einzubeziehen.

Weitere Informationen und Seminarleitung

Weitere Informationen zum Seminar und Hinweise zu Literaturempfehlungen werden vorab an die Teilnehmenden versendet.

Seminarleitung

Das Seminar wird geleitet von Martin Timpe. Als Trainer und Coach ist er bundesweit in der politischen Erwachsenenbildung tätig. Seine fachlichen Schwerpunkte sind u.a. „Grundwerte und Grundlagen Sozialer Demokratie“, „Soziale Gerechtigkeit und Sozialstaat“ sowie „Bildungs- und Wissenschaftspolitik“. Neben verschiedenen beruflichen Stationen arbeitete der Diplom-Politologe u.a. von 2012-2017 im rheinland-pfälzischen Bildungs- und Wissenschaftsministerium.

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