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Studienstiftung des deutschen Volkes: Private Beiträge zum Gemeinwohl: Soziale Investitionen, Stiftungen, Engagement und Demokratie

Die Demokratie lebt nicht nur von Wahlen. Sie lebt von der persönlichen Beteiligung und Verantwortung ihrer Bürgerinnen und Bürger für die öffentlichen Angelegenheiten. Diese Beteiligung geschieht in einer Vielzahl von Formen, Organisationen, mehr oder weniger formalisiert, und aus den unterschiedlichsten Motiven. Einzelne Länder und Gesellschaften weisen dabei sehr unterschiedliche historische Traditionen der Zivilgesellschaft auf.

Die Demokratie lebt nicht nur von Wahlen. Sie lebt von der persönlichen Beteiligung und Verantwortung ihrer Bürgerinnen und Bürger für die öffentlichen Angelegenheiten. Diese Beteiligung geschieht in einer Vielzahl von Formen, Organisationen, mehr oder weniger formalisiert, und aus den unterschiedlichsten Motiven. Einzelne Länder und Gesellschaften weisen dabei sehr unterschiedliche historische Traditionen der Zivilgesellschaft auf.

Die Arbeitsgruppe – Inhalte und Vorgehen

Die Arbeitsgruppe wird durchgängig eine interdisziplinäre Perspektive einnehmen und zunächst (erster Tag) mit einigen grundlegenden Theorieargumenten der Frage nachgehen, weshalb es soziale Investitionen – Formen privater Beiträge zum Gemeinwohl – überhaupt gibt. Dabei werden zugleich die Grenzen der einzelnen Sektoren unserer Gesellschaft deutlich. Zudem wird in dieser Argumentation die handelnde Zivilgesellschaft von der räsonierenden politischen Öffentlichkeit abgegrenzt.

In einem zweiten Teil (zweiter und dritter Tag) werden wir näher erkunden welche Formen diese Investitionen in aller Vielfalt annehmen können, dabei anreißen, wie sich diese historisch entwickelt haben, und einen Bezug zur sozialen Innovation herstellen, die für das Verständnis von Organisationen der Zivilgesellschaft eine zentrale Rolle spielt. Mit diesen Schritten des Überblicks verknüpfen wir eine vertiefte Betrachtung einzelner Organisationsformen. Dies gilt vor allem für Stiftungen, Sozialunternehmen und NGOs. Dabei wird es weniger um Wissens- und Informationsvermittlung gehen als darum, ein grundlegendes Verständnis für die pluralistische Vielfalt und Bedeutung solcher Organisationen und Engagementformen in der Demokratie zu entwickeln.

In einem dritten Teil (vierter und fünfter Tag) werden soziale Problemlösungen im Mittelpunkt stehen. Die Teilnehmer*innen werden in interaktiver Arbeit selbst an ausgewählten Strategieproblemen zivilgesellschaftlicher Organisationen arbeiten und sich dabei in die Rolle von Gründer*innen oder Leitungsverantwortlichen begeben.

Zum Abschluss (letzter Tag) wird die Arbeitsgruppe nach Wegen suchen, wie aus der Sicht unterschiedlicher Organisationstypen, die im Laufe der Woche näher erkundet wurden, Antworten auf aktuelle Bedrohungen der Demokratie in Europa gefunden werden können.

In dieser Arbeitsgruppe werden sich unterschiedliche didaktische Formate abwechseln. Moderierte Plenumsgespräche, Informationsvermittlung durch die Dozenten, interaktive Praxisübungen, Anschauung durch Fallbeispiele und Verweise auf Hintergrundmaterial werden in geeigneter Weise kombiniert. Besonders am zweiten und dritten Tag werden wir uns bemühen, Führungskräfte aus der Praxis als Gäste zum Gespräch mit der Arbeitsgruppe ans CSI einzuladen. Mit dabei sein wird z.B. John Feldmann, Kuratoriumsmitglied der Hector Stiftung, früher Vorstandsvorsitzender der Gemeinnützigen Hertie Stiftung, Mitglied mehrerer anderer Stiftungsgremien und Aufsichtsräte und früherer Vorstand der BASF SE.

Weitere Informationen und Seminarleitung

Die Arbeitsgruppe findet im Seminarraum des CSI – des Centrums für soziale Investitionen und Innovationen der Universität Heidelberg im Campus Bergheim in der Heidelberger Innenstadt statt (Details zur Hausadresse werden gesondert mitgeteilt).

Als vorbereitendes Material empfiehlt sich ein Blick in den Bericht zum Ziviz Survey 2017:

https://www.ziviz.info/ziviz-survey-2017

Seminarleitung:

Dr. Volker Then, Geschäftsführender Direktor, CSI, Universität Heidelberg

Unter Mitwirkung von
Dr. Georg Mildenberger, Leiter Forschung, CSI, Universität Heidelberg.

CV Dr. Volker Then
Als Gründungsdirektor des CSI vereint er seit 2006 ein Interesse für gesellschaftlich relevante Forschung mit einem Engagement für wirkungsvolle Praxis. Zuvor vertrat er dieses Interesse auf der anderen Seite in zwölf Jahren Stiftungspraxis in der Bertelsmann Stiftung unterschiedlichen leitenden Funktionen. Zu seinen durchgehenden Themeninteressen gehören Zivilgesellschaft und Intermediäre Institutionen, Sozialkapital, aber auch wirkungsvolle Stiftungsarbeit, Strategieentwicklung von Organisationen und soziale Wirkungsmessung.

Neben Publikationen widmet er sich intensiv anderen Formen der Vermittlung der Erkenntnisse aus der Forschung in Politik und Praxis. Dazu gehören die Berufung in politische Beratungsgremien wie den Nationalen Beirat der G8-Social Impact Investment Task Force seit 2014, Expertenanhörungen und Briefings in EU-Parlament und Bundestag, Redebeiträge bei wissenschaftlichen, aber vor allem auch professionellen Konferenzen der Praxis, sowie zahlreiche ehrenamtliche Gremienmitgliedschaften in Stiftungen, Publikationen, oder Vereinigungen des gemeinnützigen Sektors.

Volker Then wurde 1994 als Wirtschafts- und Sozialhistoriker an der Freien Universität Berlin bei Prof. Dr. Dr. h.c. Jürgen Kocka in Sozialgeschichte promoviert. Sein Studium absolvierte er an den Universitäten Tübingen, Bielefeld und Oxford (St. Antony‘s College) in Geschichte, Soziologie und Wirtschaftswissenschaft. Er war Mitglied der Executive Session in Philanthropy des Hauser Center for Nonprofit Organizations der Kennedy School of Government an der Harvard University (1999-2002) sowie u.a. Mitglied des Governing Council (2000-2006) und des International Committee (2000-2006) des European Foundation Centre in Brüssel.

CV Dr. Georg Mildenberger - er arbeitet seit 2007 am CSI. Zunächst bereitete er den Aufbaustudiengang Nonprofit Management and Governance vor und betreute die Akkreditierung des Studiengangs. Seit Herbst 2008 arbeitete er als Projektleiter am CSI. Von 2002 bis 2007 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Interfakultären Zentrum für Ethik in den Wissenschaften der Universität Tübingen (IZEW), wo er verschiedene Projekte im Bereich der ethischen Bildung und des gesellschaftlichen Diskurses zur Ethik leitete. Davor war er als freiberuflicher Berater für kirchliche Bildungseinrichtungen und Projektleiter in einer Unternehmensberatung tätig. Georg Mildenberger wurde an der Technischen Universität Darmstadt zum Dr. Phil. promoviert und hat einen Magister in Philosophie und Politikwissenschaft der Universität Tübingen. Dr. Mildenbergers Forschungsinteressen liegen im Bereich der Zivilgesellschaft und des bürgerschaftlichen Engagements, bei Fragen der Wirtschafts- und Unternehmensethik sowie der Gesellschaftstheorie. Methodisch interessieren ihn vor allem die Möglichkeiten der Wirkungsmessung von Nonprofit Organisationen.

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