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Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit: Zuhören – verstehen – streiten! Demokratie und Streitkultur

Die Kultur des Konflikts gehört zur demokratischen Auseinandersetzung einer jeden pluralistischen Gesellschaft und ist unvermeidbar für ihr Vorankommen. Die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit möchte mit ihrem Programm zur Sommerakademie der Begabtenförderungswerke die Streitkultur in politischen Kontroversen und gesellschaftlichen Diskursen thematisieren und dabei den Fokus weniger auf politische Positionen als vielmehr auf die Kultur und Qualität der Auseinandersetzung legen.

Die Kultur des Konflikts gehört zur demokratischen Auseinandersetzung einer jeden pluralistischen Gesellschaft und ist unvermeidbar für ihr Vorankommen. Politischer Streit belebt die Demokratie, ist jedoch bei deutschen Betrachtern oft unpopulär und wird mit persönlichem Zwist zwischen einzelnen Politiker*innen in Verbindung gebracht. In der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland wurden politische Konflikte daher tendenziell eher durch möglichst rationale und leidenschaftslose Diskussionen und Kompromisse zu lösen versucht. Häufig negativ konnotiert, wird Streit definiert als „heftiges Sichauseindersetzen, Zanken [mit einem persönlichen Gegner] in oft erregten Erörterungen, hitzigen Wortwechseln […]“. Im gesellschaftlichen Kontext suchen wir nach Möglichkeiten der Partizipation, um unsere Anliegen, unsere kleinen und großen Ideen in der Auseinandersetzung mit anderen zu formen, um Demokratie und Zukunft zu gestalten.

Die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit möchte mit ihrem Programm zur Sommerakademie der Begabtenförderwerke die Streitkultur in politischen Kontroversen und gesellschaftlichen Diskursen thematisieren und dabei den Fokus weniger auf politische Positionen als vielmehr auf die Kultur und Qualität der Auseinandersetzung legen. Befinden wir uns in einem Formwandel der Demokratie? Wie begegnen wir Gruppen, die die Grundregeln demokratischen Handelns auf die Probe stellen?

Mithilfe von Impulsvorträgen, Diskussionen und Rollenspielen wollen wir den Teilnehmenden der Sommerakademie Kenntnisse und Fertigkeiten vermitteln, Konflikten in den beschriebenen Auseinandersetzungen positiv zu begegnen – für eine Streitkultur, die von mündigen Bürger*innen geführt wird, die ihrem Gegenüber mit Respekt begegnen und auch immer die Möglichkeit in Betracht zieht, selbst im Irrtum zu sein.

Nach einer theoretischen Annährung wollen wir gleich zu Beginn mit einem Workshop unter dem Motto „zuhören – verstehen – streiten!“ unsere eigenen individuellen Bestätigungstendenzen überprüfen. Wie schwer fällt es uns, Konflikte und Widersprüche auszuhalten? Beispielhaft soll das Phänomen der „Wahrnehmungsblasen“ als Gefahr für unsere Streitkultur näher betrachtet werden. Wie beeinflussen soziale Medien wie Facebook oder Twitter die Streitkultur in der Gesellschaft? Welche Projekte zum Erlernen einer kritischen Medienkompetenz können dieser Entwicklung entgegenstehen? Während der Woche in Heidelberg wollen wir diskutieren, wie Räume geschaffen werden können, in denen Politiker*innen und Bürger*innen, aber auch Bürger*innen untereinander in einen Austausch gelangen können. Dafür werden wir auch kreative Beispiele verschiedener Diskussions- und Beteiligungsformate zum Bürger*innendialog vorstellen. Zum Abschluss unserer gemeinsamen Zeit soll jeder Teilnehmende die Chance bekommen, „Auf dem heißen Stuhl“ Platz zu nehmen und ein eigenes Herzensthema kontrovers und werkeübergreifend zur Diskussion zu stellen.

Weitere Informationen und Seminarleitung

Detaillierte Informationen zu den Seminarinhalten und Hinweise zur vorbereitenden Lektüre erhalten die Teilnehmer*innen vorab.

Seminarleitung

Das Seminar wird geleitet von der Begabtenförderung der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit sowie dem stipendiatischen Orga-Team Kristina Kämpfer, Lars Claußen und Björn Elsen.

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